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Ein Rückblick auf eine Gruppe in der Vergangenheit:

 

Wie gut ein Apfel schmecken kann: Elf Menschen beteiligten sich an der Ökumenischen Fastenwoche in Siegen

„Ich habe interessanterweise überhaupt keinen Hunger, ich kann sogar für meine zwei Jungs kochen, obwohl ich faste“, „Ich fühle mich gut, auch wenn ich das Gefühl habe, etwas langsamer als sonst zu sein“ und „Gut, dass ich heute zur Gruppe kommen konnte, ich hatte gestern viel-leicht einen Heißhunger.“ Das sind drei der Aussagen der elfköpfigen Fastengruppe, die kürzlich das Angebot der Evangelischen Studierendengemeinde Siegen und der Katholischen Hoch-schulgemeinde zur Teilnahme an der Ökumenischen Fastenwoche angenommen hatte. Der Plan: Sechs Tage der Verzicht auf feste Nahrung, lediglich flüssige Nahrung in Form von Gemüsebrühen, Säften, Tee und Wasser soll zu sich genommen werden. Am ersten Tag soll abgeführt werden, damit die Reinigung des Körpers ganzheitlich erfolgt. Ein eher tabuisiertes Thema, welches interessanterweise während des Fastens, der Situation folgend, entsprechend kultiviert und diskutiert wurde und in der Gruppe zu einigen, gemeinsamen Lachern führte. Die Heilfastengruppe in diesem Jahr, Frauen und Männer zwischen 20 und 60 Jahren, aus völlig unterschiedlichen Lebenssituationen traf sich täglich, um sich kennen zu lernen und Erfahrungen zum Heilfasten auszutauschen. Dabei waren Anfänger, aber auch Profi-Faster, die schon mehr-fach gefastet hatten. Als besonders wichtig wurden von den Fastenden aber die eher stillen und nachdenklichen Momente empfunden, in denen der Geist und die Seele angesprochen wurden. Fasten bedeutet nicht nur Verzicht auf feste Nahrung, sondern lädt dazu ein, auch einmal über den Alltag und die eigene Lebensweise nachzudenken und inne zu halten. Die Gewichtsabnahme stand nur in zweiter Reihe der gesetzten Ziele, obwohl die Gruppe insgesamt mindestens etwa 30 Kilo der Waage abtrotzte. Dafür kreierten Pfarrer Dietrich Hoof-Greve und Constanze Dette-Habscheid für die Teilnehmer einen besonderen Rahmen. Sie boten den Fastenden eine Woche lang die Möglichkeit, sich ge-genseitig zu unterstützen und gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten: Durchhalten, auch wenn kleinere Zipperleine das Fasten schon einmal schwer machten, wie beispielsweise Heißhungerat-tacken oder ein Kältegefühl. Passende Themen zum Thema Fasten wie Ankommen, Loslassen, Sensibilisieren, Stärken wur-den vorbereitet und wohltuend angeboten. Auch der Prophet Elia fand Eingang in die Treffen und sein Handeln wurde näher beleuchtet und in unseren hektischen, von Terminen angefüllten Alltag übertragen. Der Stimmung der Gruppe tat es keinen Abbruch, dass währen der Treffen - dem Fastengebot entsprechend - nur Tee angeboten wurde: Es wurden gelacht, gesungen und gemeinsam gefas-tet. Wobei, am letzten Tag gab es zum rituellen, gemeinsamen Fastenbrechen einen Apfel für jeden Teilnehmer, der so gut wie lange nicht mehr schmeckte! Weitere Information: ESG Siegen Dietrich Hoof-Greve Telefon (0271) 57738 E-Mail: D.Hoof-Greve@t-online.de Bildunterschrift: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ökumenischen Fastenwoche beim rituellen Fastenbrechen, Fotos: Pauline Heinz.