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Seit April 2011 wird in der ESG geplant, diskutiert und weiter geplant. Was aus dem Anliegen eines Studenten entstehen kann haben wir uns alle nicht träumen lassen.

Zu Beginn war die Idee, die Menschen in einem Dorf in Kamerun dabei zu unterstützen sauberes Trinkwasser zu bekommen. Zurzeit holen die meisten Menschen ihr Wasser aus dem kleinen Fluss, der durch das Dorf fließt und verschiedenen Wasserlöchern. Es gibt nur eine einzige Wasserstelle, deren Wasser unbedenklich ist, da es direkt aus dem Boden kommt. Diese ist jedoch von den meisten Häusern zu weit entfernt.

Um möglichst planen zu können wurden im März, Mai und Dezember 2012  Planungsworkshops durchgeführt

 

und durch Katrin Maibaum unterstützt.

 

Die Situation im Dorf Leffé

 

Das Dorf Leffé liegt ca. 7 km von der Universitätsstadt Dschang entfernt im Distrikt Menoua in der Region West in Kamerun auf einer Höhe von 1.500 m über NN. Hier leben ca. 3.000 Menschen, die der Ethnie der Foto angehören. 30% der Bevölkerung sind Kinder unter 16 Jahren, 63% sind zwischen 16 und 50 Jahren alt und 7% sind älter als 50 Jahre.

 

Haupterwerbszweig ist die Landwirtschaft. Hier arbeiten 95% der Bevölkerung. Angebaut werden Kartoffeln, Mais, Bohnen und Bananen. Die Erträge sind aufgrund von Bodenerosion jedoch nur mäßig. Daneben gibt es ein wenig Kleintierhaltung und einige handwerkliche Tätigkeiten. Ca. 60% der  Menschen leben von weniger als 1 € pro Tag.

 

Die Landschaft ist hügelig mit teilweise steil abfallenden Hängen. Die Häuser der Menschen befinden sich meist im oberen Bereich der Hügel.  Es gibt eine Trockenzeit von Mitte November bis Mitte  März und eine lange Regenzeit von Mitte März bis Mitte November.

 

Zugang zu Wasser

 

Durch die lange Regenzeit ist genügend Wasser vorhanden, doch es gibt kein sauberes Trinkwasser, Die Hauptwasserquelle ein kleiner Fluss, der durch das Dorf fließt. Hinzu kommen Tümpel und Bäche. Das Wasser ist für den Konsum nicht geeignet und führt immer wieder zu wasserinduzierten Krankheiten wie Typhus, Cholera, Durchfall-, Augen- und Hauterkrankungen sowie Parasitenbefall.

 

Ein weiteres Problem der stellt der Zugang zu Wasser dar, denn während die Häuser auf den Hügeln stehen, befinden sich die Wasserquellen im Tal. Wasserholen ist also ein mühevolles Unterfangen. Da die Wege  zu steil sind für die älteren Bewohner des Dorfes und die mittlere Generation auf den Feldern arbeitet, bleiben nur die Kinder, die täglich das Wasser holen müssen.

 

 

Ziele unseres Projekte

 

Das Hauptziel ist natürlich die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser. Doch mit diesem Hauptziel werden auch weitere Ziele erreicht.

Das verschmutzte Wasser, auf das die Bevölkerung zurzeit angewiesen ist, hat Krankheiten wie Typhus, Cholera, Durchfallerkrankungen und Parasitenbefall zu einem ständigen Problem werden lassen.

Diese Erkrankungen haben aber nicht nur gesundheitliche, sondern auch soziale und ökonomische Auswirkungen. Da die meisten Menschen in Leffé von weniger als 1 € pro Tag leben bedeutet eine Erkrankung zusätzliche Belastungen durch die Kosten für Behandlung und Medikamente, aber auch den Ausfall von Arbeitskräften und damit weniger Einkommen.

Daher ist es auch ein Ziel des Projektes, hier Abhilfe zu schaffen und die Krankenrate drastisch zu verringern.

 

Ein weiteres Problem ist die große Belastung für die Kinder, die das Wasser aus dem Tal die steilen Hängen hinauf bis zu den Häusern transportieren müssen. Legt man den von der UN auf 50 l pro Tag und Person errechneten Wasserbedarf zugrunde, so wird deutlich, dass die Kinder das Wasser für die Familie nicht in einem Gang heranschaffen können, sondern diesen Weg mehrmals zurücklegen müssen. Die körperliche Belastung ist groß,  Beeinträchtigung in anderen Bereichen wie Bildung können ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Mit dem Bau der neuen Wasserinfrastruktur mit einem Parallelbrunnen, einem Wasserspeicher und einem Rohrleitungssystem wird als weiteres Ziel die geringe Entfernung von den Häusern zur nächsten Zapfstelle verfolgt. Die Entfernung zur nächsten Zapfstelle wird nicht mehr als 500 m betragen und, da die Zapfstellen auf den Hügeln installiert werden, ist das Wasser für Jede/n zugänglich. Das wiederum führt zu einer Entlastung der Kinder.

 

Sicherung der Nachhaltigkeit des Projektes

Damit das Projekt nach seinem Abschluss Bestand hat, sind folgende Maßnahmen erfolgt bzw. vorgesehen

Einbeziehung der Bevölkerung

Wichtig für uns war erst einmal, ob das Interesse der Bevölkerung an unserem Projekt so stark ist, dass sie sich selbst mit einbringen wollen. Dieser Aspekt konnte schnell geklärt werden. Auf unsere Frage kam die Antwort: „Natürlich helfen alle mit – und die Arbeiter werden im Gemeindezentrum versorgt.“

Vorsorge gegen Übernutzung

Wasser ist aufgrund der langen Regenzeit in Leffé zwar ausreichend vorhanden, so soll einem verschwenderischen Umgang mit Wasser vorgebeugt werden, um eine Übernutzung der Wasserressourcen vorzubeugen. Daher wird das sauberem Trinkwasser nur zu bestimmten, vorher festgelegten Zeiten erhältlich sein. Ausgenommen hiervon ist die Schule, damit die dort unterrichteten Kinder während der gesamten Unterrichtszeit Wasser trinken können.

Wartung und Instandhaltung der Anlage

Doch zur Sicherung der Nachhaltigkeit gehören noch andere Bereiche. So planen wir einige Menschen aus dem Dorf in der Wartung und Reparatur der Anlage zu schulen, so dass  sie einfache Arbeiten selbst ausführen können.

Weiterhin wird ein Wasserkomitee  aus der Dorfversammlung gewählt, welches die Verwaltung der Anlage vornimmt. Dazu gehören Tätigkeiten Überwachung der Anlage und Veranlassung von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, aber auch die Verwaltung der Finanzen, die für diese Aufgaben nötig sind.

Finanzierung

Um genügend Geld für die Wartung und Instandhaltung zur Verfügung zu haben, sind Einnahmen erforderlich. Da die meisten Einwohner von Leffé unterhalb der Armutsgrenze leben, wurde ein sozial verträgliches Finanzierungskonzept erstellt, um so allen Bewohnern den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen, auch wenn sie kein Geld haben, etwas für das Wasser zu zahlen.

So wird das Wasser an den verschiedenen Zapfstellen kostenlos zur Verfügung gestellt. Haushalte, die sich einen eigenen Wasseranschluss leisten können, erhalten eine Wasseruhr und zahlen für den Verbrauch. Die Restfinanzierung erfolgt durch Beiträge von Menschen, die aus Leffé stammen und, Abhängig von ihrem Einkommen, einen Beitrag zum Erhalt der Anlage leisten.

 

Informationen zur Partnerorganisation ADIL

 

Unser Partner vor Ort ist die 1988 gegründete und seit 2009 im Vereinsregister eingetragene kommunale  Nichtregierungsorganisaiton ADIL (l’Association pour le Développement Intégré de Leffé-Foto).

 

Ziel von ADIL ist aktive Gestaltung der dörfliche Entwicklung von Leffé.

 

ADIL finanziert sich über Mitgliedsbeiträge, die einkommensabhängig festgelegt sind. Menschen, denen die Zahlung des Mitgliedsbeitrages wegen zu geringen Einkommens nicht möglich ist, stellen ihre Arbeitskraft zur Durchführungen von Projekten/Arbeiten für die Gemeinschaft zur Verfügung.

 

Bisher werden bereits verschiedene Projekte durchgeführt, andere sind im Bau

  • Bau der Grundschule vor Ort
  • Bau eines Kulturzentrums
  • Verbesserung der Wege und  Straßen im Dorf
  • Verbesserung der Wege zu den Wasserstellen
  • Anschluss des Dorfes an die Stromversorgung.

 

Wichtig bei den ganzen Projekten, die ADIL durchgeführt hat bzw. durchführt, ist die Einbeziehung der gesamten Bevölkerung in Planung und Umsetzung.

Auch bei der Planung des Wasserprojektes ist die Bevölkerung einbezogen und wird z.B. die Rodungs- und Planierarbeiten für Brunnen- und Wasserspeicherbau sowie das Ausheben der Gräben für die Verlegung der Rohrleitungen vornehmen.